14. April 2010
WePad offiziell vorgestellt
Apple war wieder einmal schneller als der Rest. Seit Anfang des Jahres ist das iPad in aller Munde, seit Anfang April ist es in den USA im Handel, und wenn die internationale Markteinführung und damit der Deutschlandstart auch gerade um einen Monat auf Ende Mai verschoben wurde, wird es noch vor allen Konkurrenzprodukten zu haben sein. Von denen gibt es einige, und alle müssen sie sich am iPad messen. Dass dabei selbst eine kleine Firma wie die Berliner neofonie GmbH gar nicht so schlecht abschneiden muss, zeigen die technischen Spezifikationen des WePad. Am Montag wurde der Tablet-PC aus Deutschland offiziell vorgestellt.

In Sachen Hardware kann das WePad auf jeden Fall mit dem großen Konkurrenten mithalten. Es verfügt über den etwas schnelleren Prozessor (1,66 statt 1,0 GHz), hat eine eingebaute Webcam (1,3 Megapixel) und sogar ein größeres Display als das iPad (11,6 statt 9,7 Zoll).
Das WePad wird in mindestens zwei Versionen erscheinen. Für 449 Euro bekommt man ein Gerät mit 16 GB Flash-Speicher und WLAN, wer 569 Euro investiert, bekommt ein WePad mit 32 GB Speicher, UMTS und integriertem GPS. Vor allem wird das “große” WePad Videos in Full-HD wiedergeben. Allerdings ist der Preis in beiden Fällen ein recht selbstbewußter – das iPad wird es vermutlich günstiger geben.
Was die Software angeht, hat das WePad zunächst einmal den großen Vorteil, dass es im Gegensatz zum iPad Adobes Flash-Player unterstützen wird. Als Betriebssystem ist eine OpenSource-Lösung vorgesehen: das WePad OS basiert auf einer aktuellen Linux Distribution. Das gab es allerdings auf der Pressekonferenz am Montag noch nicht zu sehen, stattdessen lief Windows 7 auf dem Tablet-PC. Ob man die Veranstaltung deshalb gleich als “PR-Desaster” und “Chaoskonferenz” abtun muss, sei dahingestellt – allerdings zeigt der Lapsus, dass die Entwicklung des Geräts und vor allem der Software noch nicht so weit fortgeschritten ist, wie es der Vorverkaufsstart Ende April andeutet.
An einem pünktlichen Release des WePad haben auch die Partner der neofonie GmbH ein großes Interesse. Besonders prestigeträchtig war in diesem Zusammenhang der Deal mit dem Verlag Gruner + Jahr, der eigens für das WePad ein eMagazine des “Stern” entwickeln lässt. Ob das WePad ein Erfolg wird, dürfte nicht zuletzt davon abhängen, wieviel Content es für das Gerät gibt.
Das WePad kann ab 27. April vorbestellt werden. Bis es in großen Mengen lieferbar ist, wird man allerdings bis August warten müssen.
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